Veröffentlicht!
Unser Bericht zum besonderem Training mit Alexandra Blaumann unter Tage wurde im RHODESIAN RIDGEBACK EU-MAGAZIN – ISSUE 21 (Seite 136-139) veröffentlicht.
Chuck hat im Bergwerk eindrucksvoll gezeigt, wie viel Fokus, Vertrauen und Teamarbeit im Mantrailing steckt. Und es war für uns ein unvergessliches Erlebnis!


Unser Bericht ist hier auch auf Deutsch verfügbar:
Mantrailing unter Tage – Ein besonderer Trainingstag im Bergwerk
Mantrailing ist eine wunderbare Auslastung für Hund und Mensch. Umso glücklicher bin ich, mit Alexandra Blaumann eine Trainerin an unserer Seite zu haben, bei der die Freude an der gemeinsamen Arbeit klar im Vordergrund steht. Statt starrer Lehrbuchmethoden setzt sie auf spielerisches Training, positive Bestärkung und eine individuelle Anpassung an jedes Team aus Mensch und Hund. Ihr Ziel: Motivation fördern und die Begeisterung für das gemeinsame Erlebnis stärken.
Ein ganz besonderes Highlight war unser Training im Trainingsbergwerk Recklinghausen mit unserem fünfjährigen RR-Rüden „Chuck“.
Schon vor dem Start zeigte sich Chuck von seiner besten Seite: ruhig, gelassen und gleichzeitig voller Vorfreude. Man merkte ihm deutlich an, dass er wusste, was gleich passieren würde – er war bereit.
Zur Ausrüstung gehörten sein Mantrailing-Geschirr, eine Schleppleine sowie ausreichend Leckerchen als Belohnung. Zusätzlich erhielten wir eine Warnweste, damit Außenstehende erkennen, dass wir im Training sind.
Vor Beginn stand die Sicherheit im Fokus. Alle Teilnehmer bekamen eine ausführliche Führung durch das Bergwerk – ohne Hunde. Dabei wurden Besonderheiten der Anlage sowie wichtige Verhaltensregeln erklärt. Helme und Kopflampen waren Pflicht, da es unter Tage deutlich dunkler ist als draußen.
Wie vor jedem Trail nahm sich die Trainerin Zeit für ein Gespräch: Sie wollte wissen, wie es uns und dem Hund geht, um die Situation des Teams einzuschätzen und erklärte den Ablauf mit wichtigen Hinweisen für den bevorstehenden Lauf.
Am Startpunkt angekommen, durfte sich Chuck zunächst in Ruhe an die ungewohnte Umgebung gewöhnen. Anschließend bekam er den Geruchsträger präsentiert – ein Stoffstück mit dem Geruch der gesuchten Person. Kaum hatte er die Spur aufgenommen, begann er konzentriert mit der Arbeit.
Die Bedingungen unter Tage stellten eine besondere Herausforderung dar: enge, teils niedrige Gänge, wechselnde Untergründe und ungewohnte Geräusche. Der Trail führte durch unterschiedliche Bereiche mit Schotter, Sand und Steinen. Manche Wege waren breit, andere eng oder durch Holz verstärkt. An einigen Stellen mussten wir sogar durch Eisenrohre krabbeln – für uns hieß das: aufmerksam bleiben, da es für Hund und Mensch deutlich anspruchsvoller war.
Chuck arbeitete durchgehend fokussiert. Man konnte gut beobachten, wie intensiv er seine Nase einsetzte, Spuren überprüfte, kurz innehielt und dann sicher die richtige Richtung wieder aufnahm. Besonders beeindruckend war, wie souverän er mit diesser neuen Situation umging und auch bei geschlossenen Türen oder unübersichtlichen Gängen die Spur klar anzeigte. Das stärkt zugleich das Selbstbewusstsein der Hunde, denn sie entscheiden selbstständig, bleiben offen für neue Wege und werden am Ziel belohnt.
Die Zusammenarbeit im Team war dabei entscheidend. Die Trainerin begleitete uns, gab hilfreiches Feedback und erklärte, wie der Hund Gerüche wahrnimmt und wie Umwelteinflüsse seine Arbeit beeinflussen. Das gab Sicherheit und half, das Verhalten des Hundes besser zu verstehen.
Je näher Chuck der Zielperson kam, desto zielstrebiger wurde er. Am Ende musste man sich fast beeilen, um mitzuhalten – und gleichzeitig ruhig bleiben, um ihn nicht aus dem Rhythmus zu bringen.
Als er die vermisste Person schließlich fand, war die Freude riesig. Chuck begrüßte sie begeistert und bekam sofort seine Belohnung. So bleibt der Abschluss für den Hund immer positiv.
Auch für mich war dieser Moment etwas ganz Besonderes – eine Mischung aus Stolz, Freude und Erleichterung. Gleichzeitig wird einem bewusst, wie anspruchsvoll ein solcher Trail ist.
Ein Trainingstag wie dieser zeigt eindrucksvoll, wie faszinierend die Nasenarbeit der Hunde ist. Durch die Erklärungen der Trainerin lernt man unglaublich viel – vom richtigen Handling der Leine bis hin zum Verständnis von Geruchsverhalten, Kreuzungen und Umwelteinflüssen.
Trotz der ungewohnten Umgebung mit besonderen Gerüchen, anderen Menschen und Maschinen ließ sich Chuck nicht aus der Ruhe bringen. Egal ob enge, dunkle oder unterschiedlich temperierte Gänge – er verlor sein Ziel nie aus den Augen.
Ein Trail im Bergwerk ist eine außergewöhnliche Erfahrung und kaum mit einem Training draußen zu vergleichen. Unter Tage sammeln und verteilen sich Gerüche anders, viele Spuren überlagern sich und stellen zusätzliche Herausforderungen dar.
Für uns steht fest: Ein unvergessliches Erlebnis, das wir jederzeit wiederholen würden.






